Montag, 27. April 2015

Raubfischen - Matthias Jügler



Raubfischen

Buchdetails

Erscheinungsdatum Erstausgabe : 13.02.2015
Aktuelle Ausgabe : 13.02.2015                
Verlag : Blumenbar
ISBN: 9783351050146
Fester Einband: 240 Seiten
Sprache: Deutsch
                  


Klappentext:
Das Raubfischen ist ihre gemeinsame Leidenschaft, seine Erkrankung an ALS droht, sie zu trennen, kann das Leben die Krankheit überwinden? Daniel hasst die Schule. Alles, was er weiß, hat er von seinem Großvater. Wie die Hechte im Tostaholmen am besten beißen, das man immer den Fisch zum Kescher und nie den Kescher zum Fisch führt und man auf Geduld und Sorgfalt ein Leben errichten kann.§Doch dann ändert sich das Verhalten des Großvaters. Seine Aufmerksamkeit nimmt rapide ab, er hat Schwierigkeiten zu essen. Und schließlich kommt er in ein Pflegeheim. Die Diagnose: ALS. Der See in Schweden scheint für immer außer Reichweite. Daraufhin trifft er einen waghalsigen Entschluss. Er wird seinen Großvater entführen, höchstpersönlich, und ihn mit dessen Auto zum Tostaholmen bringen. Doch was als Kurzschlussreaktion beginnt, führt den 18-Jährigen tief in die Geschichte seiner Familie, zu erfüllten und enttäuschten Sehnsüchten und zu der übermenschlichen Aufgabe, über Leben und Tod zu entscheiden.

Über den Autor:
1984 in Halle/Saale geboren. Studierte Germanistik, Skandinavistik und Kunstgeschichte in Halle, Greifswald und Oslo. Absolvierte anschließend das Masterstudium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, schrieb für die Literaturzeitschrift EDIT, die Kulturseiten des Goethe-Instituts und übersetzt Literatur aus dem Norwegischen. Seine Texte wurden mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Aufenthaltsstipendium des Literarischen Colloquiums Berlin. Raubfischen ist sein Debüt. Seine Übersetzung der Graphic Novel "Liker Stilen" von Bendik Kaltenborn erscheint im Herbst 2015 beim Avant Verlag.

Die Rnzension * * * *
gelesen und rezensiert von Anja Sebastian

Raubfischen…ein stiller Titel, der sich im Buchcover widerspiegelt. Schlicht und düster, auf denen man zwei Personen beim Angeln beobachten kann. Hierbei kommen Großvater und Enkel ins Spiel, die gemeinsame Angelausflüge auf einem ruhigen See in Schweden erleben, bevor der Großvater an ALS erkrankt und sein Leben dadurch getrübt wird.
Passend dazu gibt es einen sehr klaren Schreibstil, der schon ziemlich nüchtern wirkt, mit seinen abgehackten Sätzen. Trotzdem ist es genau das, was das Buch bei diesem ernsten Thema ausmacht. Dennoch ist der Roman nicht ganz einfach zu lesen und verlangt viel Konzentration, aufgrund der zeitlichen Sprünge und Gedanken. Aber ich denke auch, dass genau das diesen Roman ausmacht, auch wenn mir ein wenig der emotionale Aspekt gefehlt hat. Man hat zwar eindeutig die enge Beziehung zwischen Daniel und seinen Großvater gespürt, aber der Rest der Familie wirkte ein wenig unbeteiligt und fremd. Deshalb empfand ich auch den zweiten Teil des Buches wesentlich einfacher und angenehmer zu lesen, da die Szenen zwischen Enkel und Großvater sehr berühren, besonders als Daniel seinen Großvater noch mal nach Schweden bringt.


Fazit: Eine sehr berührende Geschichte, die volle Konzentration verlang und auch verdient. Das Ende empfand ich zunächst etwas abgehackt, aber im Nachhinein denke ich, dass es zu diesem versöhnlichen Moment beim letzten Schwedenbesuch von Daniel und seinem Großvater passt.

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